Caveat pactor!

Achtung Vermittler!

Ja, ja, so sind sie: Besonders bei großen Endkunden gilt oft, dass die einzige Aufgabe eines Vermittlers darin besteht, die Rechnung zu verarbeiten und das Geld „einzutreiben“. Dafür kassiert er eine Provision, manche um 10%, manche sogar 40%. €1000 monatlich sind da eher das Minimum. Wechselt der Auftragnehmer irgendwann während der Arbeit für einen Kunden mal von Vermittler A zu Vermittler B, so kassiert dieser die Provision eigentlich schon nicht mehr mit voller Berechtigung, die oft mit „Akquisekosten“ begründet wird. Hier wird dann meist der Vertrag mit dem Endkunden jährlich en bloc mit anderen Auftragnehmern verlängert – verhandelt, z.B. wegen Honorarerhöhungen, die nach 5 oder 8 Jahren gewiss durchsetzbar wären, wird meist nicht wirklich. Einzig verbleibende operative Aufgabe besteht somit darin, den Auftragnehmer auszuzahlen – vertragsgemäß pünktlich.

Und dann fängt das Gejammer an:

„Wir gehen ja in Vorleistung, die Firma hat ja noch gar nicht gezahlt!“

Mir kommen die Tränen!

  1. Wer €1000 für eine Rechnung (oder – bei Sammelrechnungen – eine einfache Addition) und eine Überweisung einnimmt, der darf ruhig ein paar Euro Zinsen übernehmen.
  2. Es ist entweder Teil des Geschäftsmodells, die Rechnung zu zahlen, bevor der Kunde überwiesen hat, oder es ist Masche, verspätet zu zahlen. Manche zahlen auch verspätet, obwohl der Kunde schon gezahlt hat, und arbeiten – in welcher Weise auch immer – in der Zwischenzeit mit dem Geld des Auftragnehmers.
  3. Und der Vermittler geht NIE in Vorleistung. Es ist immer der ausführende Auftragnehmer, der zunächst (meist einen ganzen Monat) mit seiner Arbeit und allen Kosten in Vorleistung geht und dann meist noch einen Monat oder länger auf sein Geld wartet.

Mehr demnächst, wenn endlich gezahlt wurde…

So weit bis zum 31.3.2013.

„Anfang April“ sollte bezahlt werden, leider ist der korrekte Umgang mit Kalendern jedermanns Sache nicht! Mittlerweile haben wir den 11.4., und es wurde tatsächlich der Januar komplett bezahlt! Nun hat der Mathematiker leider vergessen, Zinsen zu berechnen. Das der Februar seit über zwei Wochen fällig ist, ist wohl auch irgendwo „untergegangen“. Und das die Zahlung erst am Montag einging, nachdem der Antrag auf Mahnbescheid schon unterwegs war, tut mir ja nun nicht im geringsten leid!

Hämische Bemerkungen dem Gläubiger gegenüber sollte man nur dann loslassen, wenn man gar nichts mehr zu verlieren hat. Na ja, vielleicht ist das nur eine Frage der Zeit!

Den ganzen Fall werde ich noch inkl. Vertrag, Rechnungen, Zahlungen, Emails, SMS und Telefonaten irgendwo hier ablegen (anonymisiert natürlich) – als Warnung und als Beispiel, wie man denn doch an sein Geld kommt.

Meine Rechnungen wurden übrigens komplett beglichen.
Das ein Diplompsychologe und Diplommathematiker (kann man bestimmt bei Xing finden) nicht in der Lage ist, Zinsen auszurechnen, mag ich aber nicht glauben:::-)

 

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1 Kommentar

  1. Pingback: Dirk Haar
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